Geschichtsstelen
Geschichtsstele Burlafingen (StANU)

Neue Geschichtsstele zum römischen Kleinkastell Burlafingen

Seit Frühjahr 2021 erinnert eine neue Stadtgeschichtsstele an das römische Kleinkastell in Burlafingen. Standort: Am Ende der Feldstraße in Burlafingen. Zur Aufwertung der Örtlichkeit entschied das Grünflächenamt zusätzlich eine Linde zu pflanzen.

Das aus der Luft entdeckte und 1984 ausgegrabene römische Kleinkastell, von dem heute nichts mehr sichtbar ist, liegt am Südrand der Donauauen, nordwestlich von Burlafingen. 

Das Lager wird um 40 n. Chr., ebenso wie das benachbarte Kleinkastell Nersingen, beim Ausbau der Donaugrenze angelegt. Die Aufgabe des Kastells könnte mit der Nutzung der Donau als Verkehrsweg oder dem etwa zeitgleichen Bau der römischen Donausüdstraße in Verbindung stehen, die 4 km südlich des Lagers von Unterkirchberg nach Günzburg führt. 

Die 28 x 29,5 m große Innenfläche der fast quadratischen Anlage ist mit einer ca. 3 m hohen und ca. 5 m breiten Rasensodenmauer mit umlaufendem Wehrgang und zwei vorgelagerten Spitzgräben von ca. 3,0 bzw. ca. 2 m Breite und mind. 1,5 m Tiefe befestigt. Der einzige Zugang in Form einer einfachen Durchfahrt mit Torturm befindet sich auf der SO-Schmalseite. Ungewöhnlich für ein Kastell dieser Größe ist die Existenz von Eck- und Zwischentürmen.

Wegen fehlender fester Innenbauten wird eine Nutzung der Anlage von lediglich 2 bis 3 Jahren vermutet. Als Besatzung nimmt man eine Einheit von etwa 80 Soldaten an. Eine Pfeilspitze und Schleudersteine lassen auf Bogenschützen und Schleuderer schließen.

Bereits 1959 wird etwa 800 m nordöstlich des Kastells der Helm eines Soldaten der legio XVI gefunden. Ein Zusammenhang zum Kastell ist denkbar. (Text: Stefan Reuter)


The small roman fort discovered from the air and excavated in 1984, of which no trace is visible today, lies at the southern edge of the Danube meadows, to the north west of Burlafingen.

The fort was constructed around 40 AD, together with the small fort at Nersingen, during the extension of the Danube border. Its purpose was possibly associated with the use of the Danube as a traffic route or with the construction of the Roman South Danube road around the same time, which runs from Unterkirchberg to Günzburg approx. 4 km south of the fort.

The 28 x 29.5 m internal area of the almost square site is surrounded by an approx. 3 m high and 5 m wide turf wall with a walkway and battlements, fortified by two external V-shaped ditches measuring 3.0 m and approx. 2 m in width, respectively, and at least 1.5 m in depth. The sole entrance in the form of a simple gateway with a gate tower is situated on the narrower, south-eastern side. The existence of corner and intermediate towers is unusual for a fort of this size.

Due to the lack of solid internal structures it is presumed to have been used for a period of 2 to 3 years. It was presumably occupied by a unit of about 80 soldiers. An arrow head and a catapult stone indicate the presence of archers and slingers.

The helmet of a soldier from the legio XVI had already been found about 800 m north east of the fort in 1959. Its association with the fort is conceivable.

Link auf die Webseite der Stadt zu allen Stadtgeschichtsstelen:
>>> Neu-Ulmer Stadtgeschichten – Stadtrundgänge – Stadt Neu-Ulm

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