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US-Army in Neu-Ulm
Stadtgeschichtsstele im Wiley
Stadtgeschichtsstele im Wiley
Neue Geschichtsstelen im Wiley

Am 26. Juli, also genau 30 Jahre nach dem Abzug der US-Armee aus Neu-Ulm wurden die „Stadtgeschichten“ im Rahmen der Aktionswoche „51 – 91 – 21“ um fünf neue Stelen samt zehn Infotafeln erweitert.

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US-Army in Neu-Ulm
ab 1991 Zwischennutzung im Wiley, Gebäude 241 als Künstler-Ateliers (Bilger)
ab 1991 | Kreative Zwischennutzungen

Ab Ende 1991 standen die Gebäude der US-Garnison nahezu vollständig leer. Von nun an ergab sich also die Möglichkeit, diesen Leerstand zu nutzen bis eine weitere Planung für das Areal ausgereift war.

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Temporäre Ausstellung „Zeitraffer“ an der Hochschule Neu-Ulm, 2019
2019 | Ausstellung „Zeitraffer“

Zum 150. Jubiläum der Stadt Neu-Ulm und zum 25. Jubiläum der Hochschule Neu-Ulm (HNU) wurde die Geschichte des Wiley und der amerikanischen Garnison in einer temporären Ausstellung am Neubau der Hochschule gezeigt.

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Plakat der Landesgartenschau, 2008
2008 | Landesgartenschau

Die so genannte Konversion, also die Umnutzung des Militärareals, fand ihren krönenden Abschluss in der Landesgartenschau 2008, in die nicht nur das Areal des Wiley mit einbezogen wurde, sondern auch das sog. Vorfeld sowie ehemaliges Festungsgelände im Glacis.

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Wiley Club, Theke nach Entwurf von Paul Staffen (Trudel)
Wiley Club, Theke nach Entwurf von Paul Staffen (Trudel)
nach 1991 | Wiley-Club wird weiter genutzt

Aus Zwischennutzungen sollten sich langfristige Perspektiven bilden, Gebäude zum Teil erhalten werden, aber auch durch Abbruch neuer Wohnraum entstehen. Ein Beispiel für eine recht schnelle und bis heute bestehende Neunutzung ist der Wiley-Club, bis 1991 so genannter „EM-Club“, also im Gegensatz zum Offizierscasino ein Club für alle Militärangehörigen, der bis heute, wenn auch mehrfach modernisiert, existiert.

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Wiley-Areal,Abbrucharbeit, 1995 (Hörger)
1990er Jahre | Aufräumarbeiten

Nach dem Abzug und den letzten Aufräumarbeiten, die bis Ende September 1991 dauerten, wurden die Flächen zunächst von einer Sicherheitsfirma bewacht, bis allmählich Zwischennutzungen einzogen.

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US-Einrichtungen in Neu-Ulm, 1990 (Luftbild-Albrecht-Brugger)
1990 | Der Abzug ist beschlossen

Durch den einsetzenden Waffenabzug auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs nach den Wiener Abrüstungsverhandlungen sowie der daraus folgenden Maueröffnung und der Wiedervereinigung Deutschlands wurde zunächst beschlossen, den Neu-Ulmer US-Standort zu verkleinern.

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Installation Design Guide
ab 1988 | Mehr Lebensqualität

Um die Lebensqualität für die Neu-Ulmer US-Garnison zu verbessern und damit unter anderem sozialen Problemen sowie dem Mangel an Personal aus den USA (dort wurde die allgemeine Wehrpflicht 1973 abgeschafft) entgegen zu wirken wurde ab ca. 1988 damit begonnen, den Stützpunkt neu zu planen.

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Plakat „Wir umarmen Wiley“, 1983 (StANU Mangold)
1983 | 999 Luftballons

Im Jahr 1983 gipfelten die Proteste gegen die Stationierung von Atomsprengköpfen in Deutschland in der wohl spektakulärsten Aktion der Friedensbewegung.

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Plakat Demoaufruf, 1983 (Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen, Neu-Ulm)
1983 | NEIN!

Gezielt entwickelte man ab Juni 1983 den Plan einer Menschenkette um gegen die geplante Stationierung von Pershing-II-Raketen zu protestieren (Pershing-I-Raketen waren bereits hier stationiert) .

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Sportanlagen im Wiley, 1992 (Kassera&Britsch)
1992 | Sportanlagen im Wiley

Für die sportlichen Aktivitäten installierte man im Bereich vor der Ludwigsvorfeste ein Footballfeld, Baseballfelder und Tennisplätze.

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1970 | Drogen und Alkohol

Viele der in Neu-Ulm stationierten Soldaten waren, ebenso wie die deutsche Bevölkerung, vom Krieg traumatisiert. Was heute mit einer posttraumatischen Belastungsstörung diagnostiziert wird, äußerte sich u.a. in starkem Alkohol- und Drogenkonsum.

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Wiley, Burger King, 1980
ab 1980 | Burger King

Auch die Schnellrestaurants hielten im Laufe der Zeit Einzug im Wiley. Burger King eröffnete in den 1980er Jahren eine Filiale ihrer bereits 1954 gegründeten Systemgastronomie.

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Wiley, Arts and Crafts Center, um 1980
um 1980 | Arts and Crafts Center

Das Terrace Recreation Center im Wiley, im Volksmund Arts and Crafts genannt, war eine Art Handwerks- und Ausstellungshalle, in der alle Arten von Kunsthandwerk ausgestellt und zum Verkauf angeboten wurde.

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Dietrich Kinotheater, Wiley, 1992
1953 | Dietrich Kinotheater

Der ursprüngliche Bau des heutigen Dietrich Theaters im Wiley ist im Kern des Komplexes noch erhalten. Das Kino wurde 1953, zwei Jahre nach Einzug der US-Amerikaner, erbaut.

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Dietrich Theater, Wiley, 1953 (Greissing)
1953 | Filmvorführer

Dietmar Greissing war in den ersten Jahren der Eröffnung des Dietrich Theaters Filmvorführer. Aus seiner Sammlung stammt dieses Foto mit einem Soldaten vor dem Eingang stehend.

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Wiley-Club, 1992 (Botzenhardt)
um 1955 | Wiley Club

Die Wiley Barracks waren nicht nur militärisch genutzte Fläche. Den Soldaten wurde auch ein Umfeld geschaffen, in dem sie ihre Freizeit gestalten konnten.

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Schornsteinfeger Hermann Wiedemann (Eggle)
1967 | Schornsteinfeger Wiedemann

Allem militärischen Pragmatismus zum Trotz, hatten doch viele einen Funken Aberglaube im Herz.

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Unterführung Hermann-Köhl-Straße, 1987
1987 | Unterführung Hermann-Köhl-Straße

Englisch war in Neu-Ulm allgegenwärtig. Besonders die Straßenschilder in englischer Sprache haben unmissverständlich klar gemacht, dass hier US-Soldaten am Straßenverkehr teilnehmen.

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Wiley, amerikanische Hausfrauen beim schwäbischen Kochkurs (StANU Mangold)
1960 | Kochkurs für amerikanische Hausfrauen

In der Nachkriegszeit unterstützten die amerikanischen Besatzer den Wiederaufbau des kulturellen Lebens. Ein Kulturaustausch fand in beide Richtungen statt.

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Nelson-Barracks, Hilde Bechtel in ihrer Wäscherei (Pchalek)
ab 1951 | Bechtles Wäscherei

„SOLDIER. Are You Using our Laundry Service?“ Einige Einrichtungen des täglichen Bedarfs wurden an deutsche Inhaber verpachtet. So wie die Wäscherei und Schuhreparatur von Hilde Bechtele in den Nelson Barracks.

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Truppenfoto vor Ulmer Kulisse (Kulitz)
1968 | Truppenfoto vor Ulmer Kulisse

Ein Foto der eigenen Truppe hatte bei den Soldaten einen hohen Stellenwert. Mit der Aufstellung am Neu-Ulmer Donauufer hatte man die historische Kulisse der Ulmer Altstadt mit dem Münster und dem Metzgerturm als perfekten Hintergrund.

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Frau Kulitz mit US-Soldaten im Verkaufsgespräch, 1970
1970 | Frau Kulitz mit US-Soldaten

Nachdem die Nachfrage nach den Produkten der Familie Kulitz stieg und der zunächst nur provisorische Stand nicht mehr täglich auf- und abgebaut werden konnte, wurde eigens ein verschließbarer Verkaufsstand im Wiley Club eingerichtet.

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Souvenirstand der Familie Kulitz im Wiley Club, 1970, (Kulitz)
1970 | Souvenirstand im Wiley Club

Die Familie Kulitz betrieb im Wiley Club einen Foto- und Souvenierstand. Die US-Soldaten konnten dort Fotos ihrer Einheit anfertigen lassen und Andenken für ihre Familien in den USA kaufen.

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US-Army Militärparade, Wiley, 1966 (StANU Mangold)
1966 | US-Army Militärparade

Die jährlichen Militärparaden zum amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli demonstrierten militärische Macht und boten den Neu-Ulmer:innen die Möglichkeit, us-amerikanisches Militärgerät genauer zu inspizieren.

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Wiley, deutsch amerikanisches Volksfest, 1974
1974 | Volksfest

Das Volksfest der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche im Wiley fand regelmäßig statt. Es war für die Neu-Ulmer:innen eine willkommene Gelegenheit, die Wiley Barracks zu betreten.

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Wiley-Barracks Einfahrt, 1965 (Hörger)
1978 | Einfahrt Wiley Barracks

Der Wasserturm mit seiner markanten rotweißen Bemalung ist heute noch das Wahrzeichen des Wileys. Für den US-Standort waren eine unabhängige Wasser- und Stromversorgung wichtig, um nicht von der Versorgung durch deutsche Unternehmen abhängig zu sein.

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US-Army in Neu-Ulm
Wiley_Barracks, 1986
1955 | US-Stützpunkt

Dieser Plan, angefertigt in den 1980er-Jahren zum Zweck von Renovierungsmaßnahmen zeigt die Gebäude der US-amerikanischen Truppen in Neu-Ulm. Um alle Pläne und Maßnahmen zuordnen zu können, waren die Gebäude schon seit den 1950er-Jahren durchnummeriert. Konventionelle Straßennahmen und Hausnummern gab es auf dem Stützpunkt nicht.

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Raststätte Memmingerstraße, ehemalige US-Kantine (Prasser)
1951 | Die ehemalige Kantine

Die ehemalige Kantine, in der die Werktätigen verköstigt wurden, die beim Bau des amerikanischen Stützpunktes beteiligt waren, stand direkt vor dem späteren Haupttor des Wiley. Als die Bauarbeiten abgeschlossen waren, diente das Gebäude noch viele Jahre als Raststätte für Durchreisende: Die Bundesstraße entlang des Wiley war bis zur Inbetriebnahme der Autobahn eine der Hauptachsen für den Reiseverkehr in die Alpen und in den Süden.

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In Bau befindlicher Wasserturm im Wiley
1951 | Versorgungsstruktur

Bis heute eines der Wahrzeichen des Wiley als auch der Stadt Neu-Ulm: Der US-Wasserturm.

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Die Kirche im Wiley (Griesinger)
ab 1950 | Wiley

Zu Beginn der 1950er-Jahre waren die Schranken noch kleiner. Über die Jahre hinweg, spätestens aber mit dem Einzug der Pershing-Atomsprengköpfe wurde das Wiley immer mehr zum Hochsicherheitsgelänge, und das kleine Pförtnerhäuschen am rechten Bildrand musste einem massiveren weichen.

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Bau der Wiley Turnhalle
1952 | Bau der Wiley-Turnhalle

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Militärgelände von den amerikanischen Truppen genutzt und fortwährend ausgebaut.

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Luftbild 1960, Wiley Süd und Ulmer Hofgut
1951 | Die Ansiedlung des US-Militärs

In der ehemaligen deutschen Kaserne, der Ludendorff-Kaserne, befand sich bis 1951 zunächst ein Auffanglager für so genannte „displaced persons“, also Menschen, die ihre Heimat verloren hatten.

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Amerikaner landen in Neu-Ulm, 1945
1945 | Kriegsende

Nach den verheerenden Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges auf die Doppelstadt rückten die US-Truppen Ende April 1945 zunächst in Ulm ein, und überquerten am 25.4. die Donau mittels einer Schwimmbrücke aus „Kriegsbrückengerät“ auf der Höhe von Offenhausen.

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Exerzierplatz, Luftaufnahme 1944
1873 | Exerzierplatz

Ab 1873 wurde um die Ulanenlinde herum ein Exerzierplatz geschaffen.

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US-Army in Neu-Ulm
Die Ulanenlinde
1805 | Ulanenlinde

Alles begann mit der sogenannten Ulanenlinde, die vor den Toren der Stadt Ulm, denn Neu-Ulm existierte noch gar nicht, in Folge der Schlacht um Elchingen im Jahre 1805 gepflanzt wurde. Wann genau ist nicht überliefert.

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